Anti-Aging – lässt sich das Leben wirklich verlängern?

30 % Ihres potenziellen Alters ist bereits bei der Geburt festgelegt durch Ihre Gene. Den Rest Ihrer maximal erreichbaren Lebensjahre gestalten Sie selbst! Durch Lifestyle-Faktoren wie Ernährung und Bewegung, aber auch durch Genussgifte wie Zigaretten und Alkohol.

Wachstumshormon – der natürliche menschliche Jungbrunnen

Das Wachstumshormon (HGH) gilt als das wichtigste Anti-Aging-Hormon. Je länger die körpereigene Produktion erhalten bleibt, desto langsamer altern wir. HGH reduziert das Fett, sowohl das sichtbare Körperfett als auch das Fett in den Blutgefäßen, welches langfristig für Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich ist. HGH baut Muskeln auf und strafft die Haut. Auch die Osteoporose wird gebremst. Kein Wunder, dass dieses Hormon immer häufiger in der Anti-Aging-Medizin angewendet wird. Allerdings ist die künstliche Zufuhr von Wachstumshormon noch wenig erforscht und birgt gesundheitliche Risiken. Langzeitstudien fehlen völlig. Mit ein paar kleinen Tricks können Sie Ihre HGH-Produktion ankurbeln und so der Jugend auf die Sprünge helfen.

Vermeiden Sie hohe Insulinspiegel am Abend, denn Insulin unterdrückt die körpereigene HGH-Produktion, welches ausschließlich nachts in der Hirnanhangsdrüse produziert wird. Darum abends Fisch oder Fleisch vom Grill mit Gemüse und Salat essen und auf Brot, Reis, Nudeln oder Kartoffeln verzichten. Dadurch kommt es zu keiner starken Insulinausschüttung am Abend und die natürliche Hormonproduktion kommt in Schwung.

Auch das tägliche Gläschen Alkohol unterdrückt die HGH-Produktion. Selbstverständlich sind nicht nur die stillen, gepflegten Gewohnheitstrinker vom „französischen Paradoxon“ fasziniert: Alkohol trinken und dadurch das Herz schützen! Diese scheinbar positiven Studien, allesamt von der Weinindustrie in Auftrag gegeben, belegen die schützende Wirkung insbesondere des Rotweins auf die Herzkranzgefäße. Übersehen wird immer, dass Frankreich die höchste Rate an Leberzirrhotikern aufweist und dass vom Alkohol allenfalls die Herzkranzgefäße profitieren, nicht aber der Herzmuskel. Darum sollten Sie Alkohol weder mäßig noch regelmäßig trinken.

Doch es gibt Trost: Drei Tage absoluter Alkoholabstinenz lassen die Leber sogar einen Vollrausch (fast) völlig vergessen. Die Leber kann sich nämlich sehr gut regenerieren. Wer also auf sein Glas Bier oder Wein nicht gänzlich verzichten möchte, der sollte ein- bis zweimal pro Woche seinen Schoppen genießen! Die restlichen Tage gehören allerdings der Leberregenration und der HGH-Produktion.

Schlafen Sie früh, kühl und dunkel!

Gehen Sie möglichst früh zu Bett! Gerade in den ersten Nachtstunden ist die HGH-Produktion am höchsten. Nur nachts wird das Hormon in der Hirnanhangsdrüse produziert und ausgeschüttet. Auch sollte das Schlafzimmer kühl und dunkel sein. Damit wird ein weiterer Jungmacher, das Melatonin, ebenfalls in höheren Konzentrationen ausgeschüttet.

Bremsen oder Gas geben?

Achten Sie auf Ihr Langzeitstresshormon Cortisol. Dieser Hormonspiegel steigt unter Stress an und beleuchtet die Situation der letzten 5 bis 6 Monate. War diese Zeit sehr aufreibend und angespannt, so steigt Ihr Hormonspiegel an auf Werte über 20 μg/ml. Ab 20 μg/ml empfehle ich meinen Patienten 2 Wochen Malediven ohne Fax und Telefon. Denn Cortisol ist ein abbauendes Hormon, welches zwangsläufig die erwünschte Produktion der aufbauenden Hormone unterdrückt. Der Körper kann nicht Gas geben und bremsen zur gleichen Zeit! Die wichtigsten aufbauenden Hormone sind HGH und Testosteron, beide auch bekannt aus dem Leistungssport. Beide Hormone sind typischer Weise bei gestressten Menschen unterdrückt.

So senken Sie die Stresshormone

Das Cortisol lässt sich messbar senken durch Stressmanagement auf der körperlichen und mentalen Ebene. Überaus positiv wirkt sich tägliches leichtes Ausdauertraining auf unseren Körper und unseren Geist aus. Weitere mentale Entspannung finden wir durch die effektivste Entspannungsübung, genannt Relaxation response, die von Professor Benson von der Harvard-University begründet wurde.

HGH ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene lebenswichtig. „Zu fett, ohne Lust und immer müde“, so umschreibt man die durch falsche Lebensweise nachlassende HGH-Produktion. 90% der Menschen haben erniedrigte HGH-Spiegel, darum bewirkt oft schon eine leicht erhöhte Hormonproduktion wahre Wunder. Auch wenn sich viele Ärzte schwer tun, den Hormonwert im Blut zu messen, so kann man zumindest Ihren Gesamteiweißwert im Blut messen. Viele Menschen haben einen zu niedrigen Eiweißspiegel im Blut. Dementsprechend leidet die Hormonproduktion, denn der Grundbaustein für dieses wichtige Hormon ist das Eiweiß.

Eiweiß – gut oder schlecht?

Täglich lesen wir: „Wir essen alle zu viel Eiweiß!“. Das stimmt aber nicht. Im Blut wird meist zu wenig als zuviel Eiweiß gemessen. Das Missverständnis lautet: „Wir essen zu viel Fleisch“ – und das stimmt! Das Eiweiß in Fisch und Fleisch ist zwar sehr gut, aber die ebenfalls enthaltenen Substanzen, wie Cholesterin, Triglyceride und Harnsäure sind im Übermaß schädlich. Eiweiß ist auch in Milchprodukten, Eiern, Hülsenfrüchten, wie Linsen und Bohnen aber auch in Nüssen, Samen und Vollkorn enthalten. Deshalb öfter auf diese Eiweißquellen zurückgreifen.

Da HGH aus Eiweiß unter Mitwirkung von Zink gebildet wird, müssen wir ebenfalls für einen ausreichenden Eiweiß- und Zinkspiegel sorgen. Bei Zinkmangel hilft Zinkorotat, zur gezielten Eiweißsubstition empfehle ich meinen Patienten ein Aminosäuregemisch, welches unmittelbar vor dem Einschlafen eingenommen wird und durch hohe Konzentrationen an Arginin und Lysin die natürliche körpereigene Produktion beflügelt. Schon nach 30 Minuten steigt die natürliche Produktion deutlich an.

Fazit:

Wir können den Alterungsprozess mit nur wenig Einsatz bremsen. Meiden Sie tierisches Fett. Essen Sie so früh wie möglich zu Abend. Bei späterem Abendessen lassen Sie die Kohlenhydrate weg und beschränken sich auf mageren Fisch oder Wild mit Salat oder Gemüse. Entwickeln Sie Ihre persönliche Strategie zur gesunden Stressbewältigung. Lassen Sie regelmäßig Ihre Blutwerte untersuchen (siehe Kasten) und – falls nötig -optimieren.

Servicekasten Blutwerte:

Blutwert Empfehlung
HGH über 2 μIU/dl
Cortisol unter 15 μgl
Melatonin über 5 ng/l
DHEA-S über 300 μg/dl
Gesamteiweiß über 7,7 g/dl