Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)

Bei einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) löst der Genuss von Milch und Milchprodukten Beschwerden aus. Ursache ist das Fehlen oder die unzureichende Produktion des Verdauungsenzyms Laktase. Laktase wird in der Dünndarmschleimhaut gebildet und spaltet Milchzucker in Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose).

Ursachen und Symptome

Produziert der Dünndarm zu wenig oder gar keine Laktase, kann der Milchzucker nicht oder nur teilweise gespalten werden und gelangt in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien zu Wasserstoff, Kohlendioxid, Milchsäure, und Essigsäure abgebaut wird. Dies verursacht Durchfälle, Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen und krampfartige Bauchschmerzen.

Die Laktoseintoleranz darf nicht mit einer Milcheiweißallergie verwechselt werden. Hier besteht eine allergische Reaktion mit entsprechender Antikörperproduktion auf das Eiweiß der Milch.

Diagnose

Die Diagnose wird mittels eines Milchzuckerbelastungstests durchgeführt. Nach Einnahme von 50 Gramm Milchzucker wird anschließend der Wasserstoffgehalt in der Atemluft oder der Blutzucker gemessen.

Therapie

Das Grundprinzip der Therapie besteht im Verzicht oder im eingeschränkten Verzehr von Milch und Milchprodukten je nachdem welcher Schweregrad vorliegt.

Schweregrad der Milchzuckerunverträglichkeit

Schweregrad Milchzucker (g) pro Tag, 
der ohne Beschwerden vertragen wird
leicht 8 – 10 g
mittel bis 1 g
schwer 0

Der Schweregrad reicht von einer völligen Unverträglichkeit bis hin zu einer leichten Unverträglichkeit. Letztendlich ist für jeden Betroffenen wichtig zu wissen, bei welcher Menge Laktose er mit Beschwerden reagiert. Nur selten kommt es bereits bei sehr geringen Laktosemengen (unter 3 Gramm) zu Unverträglichkeitsreaktionen, so dass Lebensmittel mit geringen Milchzuckermengen und in kleiner Menge verzehrt meist ohne Probleme vertragen werden.

Sauermilchprodukte, wie Joghurt und viele Käsesorten, werden trotz des hohen Milchzuckergehaltes oft gut vertragen, da die zur Herstellung enthaltenen Milchsäurebakterien bereits im Joghurt selbst den größten Teil der Laktose abbauen.

Bei schwerer Laktoseunverträglichkeit kann auch das Verdauungsenzym Laktase verordnet werden. Die gleichzeitige Einnahme von Laktase und Milchprodukten verhindert die bekannten Beschwerden.